Warum ich bei meinem Hund nicht einfach drauflosöle

schwarz weißer hund in griechenland
Brauner Hund, deutschkurzhaar in griechenland

Ätherische Öle gehören schon viele Jahre zu meinem Alltag. Ich verwende sie selbst, beschäftige mich intensiv damit und natürlich spielen sie auch bei meinen Hunden eine Rolle.

Aber eines habe ich in all den Jahren gelernt: Nur weil ein Öl natürlich ist und gut riecht, heißt das noch lange nicht, dass es für jeden Hund geeignet ist.

Und genau da beginnt für mich die eigentliche Aromapflege.

Was für uns angenehm ist, kann für Hunde schon zu viel sein

Wir Menschen lieben es, wenn es im Haus nach Lavendel, Zitrone oder einer schönen Duftmischung riecht.

Unsere Hunde haben da allerdings noch ein Wörtchen mitzureden.

Ihre Nase ist wesentlich empfindlicher als unsere. Was wir kaum wahrnehmen, kann für einen Hund bereits sehr intensiv sein.

Deshalb finde ich es auch nicht sinnvoll, einfach einen Diffuser einzuschalten und davon auszugehen, dass der Hund den Duft genauso angenehm findet wie wir.

Bei mir gilt: Wenig verwenden, den Hund beobachten und ihm immer die Möglichkeit geben, sich zurückzuziehen.

Denn nur weil mir ein Duft gefällt, muss Socke oder Carlo noch lange nicht begeistert davon sein.

Nicht jeder Hund ist gleich

Ich habe mit Socke und Carlo zwei Hunde, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Und genau deshalb würde ich auch niemals behaupten, dass eine bestimmte Ölmischung grundsätzlich für jeden Hund passt.

Ein junger, gesunder Hund hat andere Voraussetzungen als ein Senior. Ein sensibler Hund reagiert möglicherweise anders als einer, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt.

Auch bestehende Erkrankungen, Medikamente und die jeweilige Situation spielen eine Rolle.

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte: Nicht zuerst überlegen, welches Öl ich verwenden möchte, sondern ob und warum ich es überhaupt brauche.

Ein paar Tropfen mehr bringen nicht automatisch mehr

Gerade bei ätherischen Ölen wird die Konzentration gerne unterschätzt.

Es sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Und weil sie natürlich sind, werden sie manchmal viel zu großzügig verwendet.

Bei Hunden ist das keine gute Idee.

Ich arbeite deshalb mit sorgfältig ausgewählten Ölen und achte auf die jeweilige Verdünnung und Anwendungsart. Ein Öl, das sich für die Raumbeduftung eignet, muss nicht automatisch für die Anwendung auf der Haut geeignet sein.

Auch die Qualität spielt eine Rolle. Aber selbst das hochwertigste Öl kann falsch angewendet werden.

Und manche Öle, darunter auch Teebaumöl, verlangen bei Hunden besondere Vorsicht. Sie können bei ungeeigneter Anwendung gesundheitliche Probleme verursachen.

Was ich immer wieder beobachte

Manchmal wird nach einer fertigen Mischung gefragt. Am liebsten eine, die bei möglichst vielen Situationen eingesetzt werden kann.

Ich verstehe das schon. Es wäre ja praktisch, wenn man einfach ein Fläschchen nehmen könnte und fertig.

Nur so funktioniert es für mich nicht.

Ich möchte zuerst wissen, um welchen Hund es geht. Wie alt ist er? Gibt es gesundheitliche Besonderheiten? Was möchte man mit der Anwendung überhaupt erreichen?

Und manchmal ist meine Empfehlung eben auch, vorerst gar kein ätherisches Öl einzusetzen.

Denn eine gute Empfehlung bedeutet für mich nicht, dass am Ende unbedingt ein Produkt verwendet werden muss.

Wissen ist mir wichtiger als ein gut gefülltes Öl Regal

Ich finde ätherische Öle wunderbar. Sonst würde ich mich nicht schon so lange damit beschäftigen.

Aber ich finde es genauso wichtig, ihre Grenzen zu kennen.

Ätherische Öle ersetzen keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden gehört zuerst abgeklärt, was dem Hund fehlt.

Was ich mit meiner Arbeit weitergeben möchte, ist deshalb nicht einfach eine Sammlung schöner Duftrezepte.

Ich möchte, dass Menschen verstehen, was sie verwenden, worauf sie achten müssen und wann sie besser die Finger davon lassen.

Genau deshalb habe ich auch meine Broschüren zur Aromapflege bei Hunden geschrieben.

Nicht damit jeder möglichst viele Öle verwendet, sondern damit man bewusster damit umgeht.

Und ganz ehrlich: Lieber einmal mehr nachfragen, als einfach irgendetwas auf den Hund zu schmieren.

Wie handhabt ihr das? Verwendet ihr ätherische Öle bei euren Hunden oder seid ihr da eher vorsichtig?

Petra | Duft Harmonie   ...immer der Nase nach...:-) 

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