Wir Hundemenschen sind schon ein eigenes Völkchen.
Wir kaufen gutes Futter, achten auf die Gesundheit unserer Vierbeiner,
machen uns Gedanken über jedes kleine Wehwehchen und würden wahrscheinlich unser letztes Hemd für sie geben.
Aber manchmal frage ich mich, ob wir bei all der Fürsorge nicht etwas ganz Wesentliches übersehen.
Wie gut kennen wir unsere Hunde eigentlich wirklich?
Unsere Hunde haben ihre eigene Sprache
Ein Hund muss nicht bellen, um uns etwas mitzuteilen.
Manchmal reicht ein Blick, eine veränderte Körperhaltung oder ein kurzes Zögern beim Spaziergang.
Und wir Menschen haben meistens recht schnell eine Erklärung parat.
„Der ist heute einfach faul.“
„Der wird halt langsam alt.“
„Der hat wieder seine fünf Minuten.“
Aber stimmt das wirklich?
Vielleicht fühlt er sich nicht wohl. Vielleicht ist ihm eine Situation unangenehm. Oder er braucht heute einfach mehr Ruhe als sonst.
Nicht jede Veränderung muss gleich etwas Schlimmes bedeuten. Aber sie verdient zumindest unsere Aufmerksamkeit.
Zwei Hunde, zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten
Mit Carlo und Socke habe ich zwei Hunde, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Carlo ist mittlerweile 11 Jahre alt. Ein Jagdhund mit seinem eigenen Kopf und manchmal einem Dickschädel, da kannst nur schmunzeln.
Socke bringt ihre ganz eigene Geschichte aus dem Tierschutz mit. Was sie in Griechenland alles erlebt hat, werden wir wohl nie vollständig wissen.
Bei beiden habe ich gelernt, dass man nicht alles über einen Kamm scheren kann.
Was Carlo guttut, muss für Socke noch lange nicht das Richtige sein.
Und gerade jetzt, wo Carlo älter wird, schaue ich natürlich genauer hin.
Nicht, weil ich hinter jeder Kleinigkeit gleich ein Problem vermute, sondern weil sich mit den Jahren eben auch die Bedürfnisse verändern.
Trotzdem ist er noch immer mein Carlo, mit all seinen Eigenheiten und Flausen im Kopf.
Nicht alles ist eine Frage der Erziehung
Ein Hund, der knurrt, ist nicht automatisch aggressiv. Ein Hund, der sich zurückzieht, ist nicht beleidigt.
Und einer, der beim Spaziergang plötzlich stehen bleibt, ist nicht unbedingt stur.
Hinter einem Verhalten kann viel mehr stecken, als wir auf den ersten Blick erkennen.
Besonders beim Knurren wird das oft vergessen. Dabei ist es eine wichtige Form der Kommunikation.
Der Hund zeigt damit, dass ihm etwas unangenehm ist und er Abstand möchte.
Wer dieses Warnsignal ständig unterbindet, nimmt dem Hund eine Möglichkeit, sich verständlich zu machen.
Für mich gehört deshalb zum Zusammenleben mit Hunden nicht nur Erziehung, sondern vor allem gegenseitiges Vertrauen.
Muss unser Hund eigentlich jeden mögen?
Das ist so ein Thema, über das ich immer wieder schmunzeln muss.
Wir Menschen mögen schließlich auch nicht jeden. Warum erwarten wir das dann von unseren Hunden?
Nicht jeder Hund möchte von fremden Menschen angefasst werden. Nicht jeder freut sich über Begegnungen mit Artgenossen.
Und manche fühlen sich in einer ruhigen Umgebung einfach wohler als mitten im Trubel.
Auch bei der Beschäftigung gibt es Unterschiede.
Der eine liebt lange Wanderungen, der andere genießt es, gemütlich durch die Gegend zu schnüffeln.
Und das ist vollkommen in Ordnung.
Wir müssen unsere Hunde nicht ständig beschäftigen, damit sie ein erfülltes Leben haben.
Gesundheit beginnt nicht erst, wenn etwas fehlt
Wer meine Beiträge kennt, weiß, dass ich mich viel mit ätherischen Ölen und Nahrungsoptimierung beschäftige.
Dabei ist mir eines besonders wichtig: den Hund als Ganzes zu betrachten.
Beweglichkeit, Verdauung, Schlaf, Ernährung und seelisches Wohlbefinden hängen auf unterschiedliche Weise zusammen.
Ein Hund, der schlecht schläft, kann tagsüber gereizter sein. Beschwerden im Bewegungsapparat können dazu führen, dass er bestimmte
Bewegungen vermeidet. Auch Verdauungsprobleme können sein allgemeines Wohlbefinden beeinträchtigen.
Deshalb macht es für mich wenig Sinn, immer nur auf einzelne Beschwerden zu schauen.
Ich möchte verstehen, was mein Hund gerade braucht und wie ich ihn im Alltag sinnvoll unterstützen kann.
Und was erwarten wir eigentlich von unseren Hunden?
Sie sollen brav sein, möglichst nicht bellen, niemanden anspringen, überall mitkommen und sich am besten in jeder Situation vorbildlich benehmen.
Ganz schön viele Erwartungen an ein Lebewesen, das unsere menschliche Welt nicht immer verstehen kann.
Dabei vergessen wir manchmal, dass auch Hunde einen schlechten Tag haben dürfen.
Sie müssen nicht immer funktionieren. Nicht immer gut gelaunt sein. Und schon gar nicht unseren Vorstellungen von einem perfekten Hund entsprechen.
Ich möchte jedenfalls keinen perfekten Hund.
Ich möchte, dass Carlo und Socke sich bei uns wohlfühlen, ihre Eigenheiten behalten dürfen und auch einmal Blödsinn im Kopf haben.
Denn genau das macht sie für mich so besonders.
Vielleicht sollten wir uns deshalb öfter fragen, ob wir unseren Hunden wirklich das Leben ermöglichen, das zu ihnen passt, oder ob wir manchmal zu sehr nach unseren eigenen Vorstellungen handeln.
Denn das Beste für unseren Hund ist nicht unbedingt das, was wir Menschen für das Beste halten.
Herzlichst Petra
immer der Nase nach...;-)
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